: Lori Gottlieb :

Ein informativer, emotionaler und ehrlicher Blick hinter die Kulissen einer Therapie – witzig, lehrreich und charmant.

Lori Gottlieb begibt sich selbst nach einer Trennung in Therapie, ergeht es ihr ebenso wie ihren Patienten: Sie muss ihre eigenen blinden Flecken erkennen und sich verletzlich machen, um an Trauer, Scham und Schmerz wachsen zu können. Der schwer greifbare Prozess, der in dem intimen Verhältnis zwischen Therapeut und Patient abläuft, hat die Macht uns zu verändern, möglicherweise sogar unser ganzes Leben. Lori Gottlieb liefert eine brillante Hommage an den Menschen in all seinen Widersprüchlichkeiten und einen tiefbewegenden Einblick in alle Aspekte der Psychotherapie. Diese Lektüre lässt einen verändert zurück.

Ausschnitte, die mir sehr gut gefallen haben :

Jeder Mensch braucht es, von anderen zu hören: “Ich glaube an dich. Ich sehe Möglichkeiten, die du noch nicht erkannt hast. Ich kann mir vorstellen, dass in der ein oder anderen Formetwas anderes geschehen kann.”

Wir reisen alle in die Zukunft, und zwar mit genau der gleichen Geschwindigkeit, nämlich sechzig Sekunden pro Minute.

Ich merkte jedoch schnell, dass die Leute im Grunde eigentlich gar nicht wollen, dass man ihnen Ratschläge gibt. Sie bitten darum- gnadenlos, wieder und wieder – doch, wenn man dieser Bitte entspricht, folgen der anfänglichen Erleichterung, fast immer Ressentiments, selbst wenn der Rat gut war.

Probleme kann man nie durch dieselbe Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

Freiheit hat mit Verantwortung zu tun. Und die meisten Menschen finden Verantwortung erschreckend.

Wenn etwas nicht funktioniert, mach etwas anderes.

Das heute bekommt ihr nicht zurück. Und die Tage vergingen wie im Flug.

Die Lichtgeschwindigkeit ist überholt. Heutzutage bewegt sich jeder in der Bedürftnisgeschwindigkeit.

Ultra-Crepidarianismus: Bezeichnet die Gewohnheit, Ratschläge in Dinge zu erteilen, die außerhalb des eigenen Kompetenzbereichs liegen. Sei ein Anti-Ultra-Crepidarianismus, sei neugierig.

Hallo, Familie.

Frieden heißt nicht, an einem Ort zu sein, an dem es weder Lärm, Ärger noch harte Arbeit gibt. Es heißt vielmehr, dass man inmitten all dieser Dinge die Ruhe im Herzen bewahrt.

Ich würde zuschauen, wie die Zukunft des Freundes sich entfaltete, während ich weiter an der Vergangenheit klebt. Ich müsste vielmehr akzeptieren, dass seine Zukunft und meine, seine Gegenwart und meine getrennt voneinander verliefen. Alles, was wir gemeinsam hätten, wäre unsere Geschichte.  

Säugling (Hoffnung): Urvertrauen vs. Urmisstrauen
Kleinkind (Wille): Autonomie vs. Scham
Vorschulkind (Zwecksausrichtung): Initiative vs. Schuld
Schulkind (Kompetenz): Leistung vs. Minderwertigkeitsgefühl
Heranwachsender (Treue): Identität vs. Isolation
Junger Erwachsener (Liebe): Intimität vs. Isolation
Mittlere Jahre (Fürsorge): Generativität vs. Stagnation
Ältere Erwachsene (Weisheit): Integrität vs. Verzweiflung